Linguistik
Noam Chomsky: Weltberühmter Linguist
Einführung
Was ist Sprache, wie ist sie strukturiert und wozu dient sie? Mit diesen
und weiteren Fragen beschäftigt sich die Sprachwissenschaft, deren
grundlegende Betrachtungsweisen und Fachbegriffe in dieser Einführung
vermittelt werden.
Sprache und Linguistik
Es gibt außer den Menschen keine anderen Geschöpfe auf diesem
Planeten, die in mündlicher Kommunikation stehen. Unterhaltung, Schreien
und Flüstern sind alle Arten der Kommunikation, die für den Menschen
eindeutig sind. Das Leben wäre ohne gesprochene und schriftliche Sprache
viel härter.
Was ist Sprache ?
Sprache ist ein kompliziertes System von Signal. Wir teilen einige von
den Designmerkmalen der Sprache mit Tieren. Andere sind für die Menschen
einzigartig. Was sind diese Merkmale ? Eines heißt Displacement:
Menschen haben ein Gefühl für die Vergangenheit und für
die Zukunft. Wir können über mehr als das Hier-und-jetzt sprechen;
das ist eine Eigenschaft der Menschen. Open-endedness ist die Fahigkeit,
Sachen zu sagen, die nie vorher gesagt worden sind. Ein weiteres Charakteristikum
für die Menschen ist das hoch entwickelte Sprechwerkzeug, das nur
sie besitzen. Dieses Organ erlaubt uns, viele unterschiedliche Töne
zu produzieren.
Was ist Linguistik ?
Linguistik ist die Wissenschaft von der Sprache - von Sprache allgemein
ebenso wie von einzelnen Sprachen. Es gibt viele Aspekte von Linguistik.
Es gibt einen spezialisierten Zweig für viele unterschiedliche Ansätze
zur Erforschung der Sprache:
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Spracherwerb und Kommunikation
Wie erlernen wir unsere Sprache? Wie arbeitet der Prozeß des
Sprachverständnisses und der Produktion? Diese Disziplin gibt Antworten
auf diese Fragen. Sie wirft einen Blick auf die Rolle des Gedächtnises
in der Sprache und wie wir Speicherkapazitäten benutzen, wenn wir
zu sprechen lernen. Spracherwerb ist eine Mischung von Linguistik und von
Psychologie.
Historische Linguistik beschäftigt sich mit der historischen
Entwicklung von Sprachen und wie sie sich im Verlauf der Zeit geändert
haben. Dies ist einfach zu sehen. Versuchen Sie, Chaucer (14. Jahrhundert),
Shakespeare (16. und 17. Jahrhunderte) und Zeitgenössische Literatur
zu vergleichen, um die Änderungen im Englisch zu beobachten.
Gegenstand der beiden Fächer ist Sprache, wie sie in gesprochener
Form als Kommunikationssystem von Menschen gebraucht wird.
Die Phonetik beschäftigt sich mit konkreten Äußerungen,
meist anhand von gemessenen Signalen. Anliegen der Phonetik ist es, herauszufinden,
wie diese Signale (physiologisch und artikulatorisch) erzeugt werden, wie
sie als Schall (akustisch) übermittelt werden und wie sie vom Hörer
wahrgenommen werden.
Die Phonologie beschäftigt sich mehr mit den abstrakten Aspekten
von lautsprachlichen Äußerungen. Aufgabe ist es, die phonetisch
meßbaren Sprachsignale als linguistische Zeichen eines Sprachsystems
zu beschreiben, und die Regeln und Prinzipien für deren Funktionieren
herauszufinden.
Morphologie untersucht die Form, innere Struktur, Funktion und Vorkommen
der Morpheme, d.h. der kleinsten bedeutungstragenden sprachlichen
Einheiten. Morpheme werden unterteilt in freie Morpheme, die isoliert
stehen können (z.B. baum), und gebundene Morpheme,
die nur als Teil eines Wortes auftreten können (z.B. ent).
Neue Wortformen können durch Flexion oder Ableitung
entstehen: Bei der Flexion werden typischerweise Affixe zum Stamm hinzugefügt,
jeweils mit der gleichen Funktion unabhängig vom Stamm; die grammatische
Kategorie des Wortes bleibt erhalten. Die Ableitung geht häufig unsystematisch
vor, d.h. das Hinzufügen eines Affixes zu verschiedenen Stämmen
hat unterschiedliche Funktion. Die Kategorie eines Wortes kann sich durch
ein Affix ändern.
Syntax beschäftigt sich mit den Regeln und Prinzipien, nach denen
Wörter zu Sätzen zusammengefügt werden können. Sätze
sind nicht beliebige Anordnungen von Wörtern, sondern sie haben eine
interne Struktur.
Semantik beschäftigt sich mit der Bedeutung von Zeichen. Die
strukturelle
Semantik untersucht Wortbedeutungen im System einer Einzelsprache.
Die Bedeutung eines Wortes ergibt sich aus den Relationen zu anderen Wörtern..
Primär geht es um die Struktur des Wortschatzes sowie Inhalte und
Beziehungen von Wortfeldern. Generative Semantik erzeugt Satzbedeutungen,
geht also vor allem in den Bereich der Satzsemantik hinein. Weiterhin zeigt
sie Verbindungen zwischen Sätzen und Gegenständen auf und beschreibt
bestimmte Voraussetzungen (Präsuppositionen) von Sätzen.
Die Textlinguistik ist eine Teildisziplin der Sprachwissenschaft,
die sich nicht nur mit den Struktureigenschaften des Textes befaßt,
sondern auch mit den Umständen seiner Entstehung, seines Zusammenhangs
mit anderen Texten, seine Verarbeitung und seine sprachliche Variation.
Dieses Teilgebeit behandelt die vielfältigen Beziehungen zwischen
Sprache und Gesellschaft. Wie kann man den Unterschied zwischen jemandem
aus Schottland und jemandem aus Irland feststellen? Wie verändert
sich Sprache? Unterscheidet sich Männersprache von Frauensprache?
Soziolinguistik versucht diese Fragen zu beantworten.
Warum sollte man Linguistik studieren ?
Linguistik hat den Excitement einer jungen Wissenschaft. Es wird noch viel
mehr entdeckt werde. Im Verlauf des ACL-Studiengangs können Studenten
originäre Forschung tun. Man kann etwas Entwickeln, das nie zuvor
beschrieben worden ist.
Quellen: Ipsen, Guido.'Linguistics for Beginners:
A guide and Textbook for the Orientierungskurs Linguistik',
Website:
Linguistics
for Beginners.
Graddol, D., Cheshire,J. and Swann, J.(1995)'Describing Language'. Philadelphia:Open
University Press.
Trouvain, J and Koreman,J. ' Information über das Studium der Phonetik
und Phonologie an der Uni Saarbrücken'
Website:http://www.coli.uni-sb.de/phonetik/wasndas_ob.html
Semiotik, Semantik, Pragmatik - eine Einführung'
Website:
http://santana.uni-muenster.de/Linguistik/user/steiner/semindex/intro.html
Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft, Uni Bielefeld
Website: http://www.lili.uni-bielefeld.de/studs.html